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Kognitive TechnikenEvidenzgrad AMittel

Gedankenprotokoll (5-Spalten-Technik)

Systematische Erfassung und Umstrukturierung dysfunktionaler Kognitionen nach Beck

Warum hilft das?

Gedanken sind keine Tatsachen. Dieses Protokoll hilft, den automatischen Zusammenhang zwischen Situation und Gefühl zu unterbrechen und alternative Perspektiven zu entwickeln.

15 Minuten
KVT, Kognitive Therapie
F32, F33, F41, F43
Originalquelle

Durchführung

Der Patient dokumentiert belastende Situationen mit automatischen Gedanken, Emotionen, Körperreaktionen und entwickelt alternative Bewertungen. Führen Sie das Protokoll in der Sitzung anhand eines konkreten Beispiels ein. Als Hausaufgabe: 1-2 Situationen pro Woche dokumentieren. Besprechen Sie die Einträge beim nächsten Termin und arbeiten Sie gemeinsam an alternativen Bewertungen.

Struktur des Arbeitsblatts

5 Spalten - Vorschau der Tabellenstruktur:

Situation (Wann? Wo? Mit wem?)Automatische Gedanken (Was ging mir durch den Kopf?)Emotionen (Was fühlte ich? Intensität 0-100)Körperreaktionen (Was spürte ich körperlich?)Alternative Gedanken (Wie könnte ich es anders sehen?)
Montag, 14:30 - Büro, allein am SchreibtischIch schaffe das nie. Alle anderen sind besser als ich.Traurigkeit 70, Angst 50Enge in der Brust, Kloßgefühl im HalsIch habe schon ähnliche Aufgaben geschafft. Es muss nicht perfekt sein.

Die erste Zeile zeigt ein Beispiel. Im PDF-Download ist die Tabelle leer zum Ausfüllen.

Evidenzgrundlage

Evidenzgrad A: Starke Evidenz aus mehreren RCTs

Quelle: S3-LL Depression 2022, Kapitel 3.6.3

Cuijpers et al. (2020): d=0.75 für kognitive Umstrukturierung

Klinische Hinweise

Einführung in Sitzung 3-4 nach Psychoedukation zu kognitiven Modellen

Häufige Denkfehler (Referenz)

Schwarz-Weiss-Denken

Situationen werden nur in Extremen bewertet — perfekt oder wertlos, alles oder nichts.

Gegenfrage: Gibt es Zwischenstufen? Wo liegt die Situation auf einer Skala von 0-100?

Uebergeneralisierung

Aus einem einzelnen Ereignis wird eine allgemeine Regel abgeleitet. Signalwoerter: immer, nie, alle, keiner.

Gegenfrage: Ist das wirklich IMMER so? Gibt es Gegenbeispiele?

Mentaler Filter

Nur negative Details werden wahrgenommen, positive Aspekte werden ausgeblendet.

Gegenfrage: Was wuerde ich wahrnehmen, wenn ich das Gesamtbild betrachte?

Disqualifikation des Positiven

Positive Erfahrungen werden aktiv entwertet — zaehlt nicht, war nur Zufall.

Gegenfrage: Wuerde ich das auch bei einem Freund so sehen?

Gedankenlesen

Ueberzeugung, die Gedanken anderer zu kennen, ohne Belege dafuer zu haben.

Gegenfrage: Woher weiss ich das? Habe ich nachgefragt?

Wahrsagerfehler

Negative Vorhersagen werden als Tatsachen behandelt.

Gegenfrage: Kann ich die Zukunft wirklich vorhersagen? Was spricht dagegen?

Katastrophisieren

Vom schlimmsten moeglichen Ausgang ausgehen, ohne realistische Einschaetzung.

Gegenfrage: Was ist das WAHRSCHEINLICHSTE Szenario?

Emotionale Beweisfuehrung

Gefuehle werden als Beweis fuer die Realitaet genommen.

Gegenfrage: Ist ein Gefuehl ein Beweis? Aendert sich die Realitaet, wenn sich mein Gefuehl aendert?

Sollte-Aussagen

Starre Regeln darueber, wie man selbst oder andere sein sollten oder muessten.

Gegenfrage: Wer sagt das? Was passiert, wenn ich sollte durch moechte ersetze?

Personalisierung

Sich fuer Ereignisse verantwortlich fuehlen, die ausserhalb der eigenen Kontrolle liegen.

Gegenfrage: Welche anderen Faktoren spielen eine Rolle?

Etikettierung

Statt ein Verhalten zu beschreiben, wird ein globales negatives Etikett vergeben.

Gegenfrage: Beschreibe ich das Verhalten oder bewerte ich die ganze Person?

Vergroessern und Verkleinern

Negative Aspekte werden vergroessert, positive verkleinert.

Gegenfrage: Wuerde ein neutraler Beobachter das genauso gewichten?

Geeignetfür (ICD-10)

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