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Kognitive TechnikenEvidenzgrad AEinfach

Kognitive Verzerrungen - Denkfehler-Liste mit Gegenstrategien

Systematische Übersicht der häufigsten kognitiven Verzerrungen (Denkfehler) nach Aaron T. Beck mit konkreten Beispielen, Erkennungshilfen und Gegenstrategien. Zentrale Psychoedukation für die kognitive Umstrukturierung. Hilft Patienten, automatische Denkfehler im Alltag zu identifizieren und zu hinterfragen.

Warum hilft das?

Jeder Mensch hat Denkfehler — sie sind wie optische Taeuschungen des Denkens. Das Erkennen dieser Muster ist der erste Schritt, sie zu hinterfragen und alternatives Denken zu entwickeln.

30 Minuten
KVT, Kognitive Therapie, Kognitive Umstrukturierung
F32, F33, F41, F40, F42

Durchführung

Der Patient geht jede Verzerrung mit eigenem Beispiel durch und beobachtet im Alltag, welche Denkfehler am häufigsten auftreten. Führen Sie die Denkfehler-Liste als Psychoedukation FRÜH in der Therapie ein. Für die Top-3-Denkfehler gemeinsam Gegenstrategien erarbeiten. In Kombination mit Gedankenprotokoll (5-Spalten) verwenden.

Struktur des Arbeitsblatts

7 Spalten - Vorschau der Tabellenstruktur:

Denkfehler (z.B. Schwarz-Weiss-Denken, Katastrophisieren, Uebergeneralisierung)Definition (Was ist das genau?)Mein Beispiel (Wann denke ich so?)Haeufigkeit diese Woche (0-10)Typisches Gefühl dabeiGegenstrategie / Alternative SichtweiseHilfreiche Frage zum Hinterfragen
KatastrophisierenVom schlimmsten Ausgang ausgehen, ohne BelegeChef hat nicht gegrüßt → Er will mich kündigen7Angst, AnspannungWas ist das wahrscheinlichste Szenario? Chef war in Eile.Wie oft hat sich die Katastrophe tatsächlich bewahrheitet?

Die erste Zeile zeigt ein Beispiel. Im PDF-Download ist die Tabelle leer zum Ausfüllen.

Evidenzgrundlage

Evidenzgrad A: Starke Evidenz aus mehreren RCTs

Quelle: Beck, A.T. (1976): Cognitive Therapy and the Emotional Disorders

Cuijpers et al. (2020): Kognitive Umstrukturierung d=0.75

Effektstärke: d=0.75

Klinische Hinweise

Als Psychoedukation FRÜH in der Therapie einführen. Die 12 häufigsten Denkfehler: 1) Schwarz-Weiss-Denken (Alles-oder-Nichts), 2) Uebergeneralisierung ('immer', 'nie'), 3) Mentaler Filter (nur Negatives sehen), 4) Disqualifikation des Positiven, 5) Gedankenlesen, 6) Wahrsagerfehler, 7) Katastrophisieren, 8) Emotionale Beweisfuehrung, 9) Sollte-Aussagen, 10) Personalisierung, 11) Etikettierung, 12) Vergroessern/Verkleinern. In Kombination mit Gedankenprotokoll (5-Spalten) verwenden.

Häufige Denkfehler (Referenz)

Schwarz-Weiss-Denken

Situationen werden nur in Extremen bewertet — perfekt oder wertlos, alles oder nichts.

Gegenfrage: Gibt es Zwischenstufen? Wo liegt die Situation auf einer Skala von 0-100?

Uebergeneralisierung

Aus einem einzelnen Ereignis wird eine allgemeine Regel abgeleitet. Signalwoerter: immer, nie, alle, keiner.

Gegenfrage: Ist das wirklich IMMER so? Gibt es Gegenbeispiele?

Mentaler Filter

Nur negative Details werden wahrgenommen, positive Aspekte werden ausgeblendet.

Gegenfrage: Was wuerde ich wahrnehmen, wenn ich das Gesamtbild betrachte?

Disqualifikation des Positiven

Positive Erfahrungen werden aktiv entwertet — zaehlt nicht, war nur Zufall.

Gegenfrage: Wuerde ich das auch bei einem Freund so sehen?

Gedankenlesen

Ueberzeugung, die Gedanken anderer zu kennen, ohne Belege dafuer zu haben.

Gegenfrage: Woher weiss ich das? Habe ich nachgefragt?

Wahrsagerfehler

Negative Vorhersagen werden als Tatsachen behandelt.

Gegenfrage: Kann ich die Zukunft wirklich vorhersagen? Was spricht dagegen?

Katastrophisieren

Vom schlimmsten moeglichen Ausgang ausgehen, ohne realistische Einschaetzung.

Gegenfrage: Was ist das WAHRSCHEINLICHSTE Szenario?

Emotionale Beweisfuehrung

Gefuehle werden als Beweis fuer die Realitaet genommen.

Gegenfrage: Ist ein Gefuehl ein Beweis? Aendert sich die Realitaet, wenn sich mein Gefuehl aendert?

Sollte-Aussagen

Starre Regeln darueber, wie man selbst oder andere sein sollten oder muessten.

Gegenfrage: Wer sagt das? Was passiert, wenn ich sollte durch moechte ersetze?

Personalisierung

Sich fuer Ereignisse verantwortlich fuehlen, die ausserhalb der eigenen Kontrolle liegen.

Gegenfrage: Welche anderen Faktoren spielen eine Rolle?

Etikettierung

Statt ein Verhalten zu beschreiben, wird ein globales negatives Etikett vergeben.

Gegenfrage: Beschreibe ich das Verhalten oder bewerte ich die ganze Person?

Vergroessern und Verkleinern

Negative Aspekte werden vergroessert, positive verkleinert.

Gegenfrage: Wuerde ein neutraler Beobachter das genauso gewichten?

Geeignetfür (ICD-10)

Wissenschaftliche Referenzen

Beck, A.T. (1976)

Cognitive Therapy and the Emotional Disorders

Meridian Books

Befund: Identifikation systematischer Denkfehler als Grundlage kognitiver Umstrukturierung

Cuijpers, P., Cristea, I.A., Karyotaki, E. et al. (2020)

Component studies of psychological treatments of adult depression

Psychotherapy Research

DOI: 10.1080/10503307.2019.1649732

Befund: Kognitive Umstrukturierung als eigenstaendige Komponente wirksam: d=0.75

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