SORKC-Verhaltensanalyse - Detaillierte Version
Erweiterte funktionale Verhaltensanalyse nach dem SORKC-Modell (Kanfer/Saslow). Mikroskopische Betrachtung der Aufrechterhaltungsbedingungen: Stimulus (extern/intern), Organismus (biologisch/kognitiv/emotional), Reaktion (4 Ebenen), Kontingenz und Konsequenz (kurzfristig/langfristig mit Verstärkerart).
Durchführung
Der Patient analysiert Schritt für Schritt: S (externe/interne Auslösereize), O (biologische/kognitive/emotionale Variablen), R (Reaktion auf 4 Ebenen), K (Kontingenz), C (kurzfristige UND langfristige Konsequenzen). Erarbeiten Sie die Analyse GEMEINSAM in der Sitzung. Achten Sie besonders auf negative Verstärkung (Angstreduktion durch Vermeidung) als häufigsten Aufrechterhaltungsmechanismus.
Struktur des Arbeitsblatts
13 Spalten - Vorschau der Tabellenstruktur:
| S - STIMULUS extern: Was passierte unmittelbar vorher? (Situation, Personen, Orte) | S - STIMULUS intern: Gedanken, Körperempfindungen vor dem Verhalten | O - ORGANISMUS biologisch: Muedigkeit, Hunger, Substanzen, Krankheit, Medikation | O - ORGANISMUS kognitiv: Automatische Gedanken, Überzeugungen, Erwartungen | O - ORGANISMUS emotional: Grundstimmung, emotionale Vorbelastung | R - REAKTION motorisch: Was genau habe ich getan? (beobachtbar) | R - REAKTION kognitiv: Was habe ich dabei gedacht? | R - REAKTION physiologisch: Körperreaktionen (Herzschlag, Schwitzen, Zittern) | R - REAKTION emotional: Welche Gefühle hatte ich dabei? | K - KONTINGENZ: Wie sicher folgt C auf R? (immer/meistens/manchmal/selten) | C - KONSEQUENZ kurzfristig: Was passierte unmittelbar danach? (C+, C-, C+ gestrichen, C- gestrichen) | C - KONSEQUENZ langfristig: Was sind die Folgen nach Tagen/Wochen? | Verstärkerart: Positive Verstärkung / Negative Verstärkung / Bestrafung / Loeschung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Voller Supermarkt, Warteschlange an der Kasse | Enge, laute Geräusche, Hektik der anderen | Müde, nüchtern, keine Medikation | Ich halte das nicht aus. Gleich passiert etwas Schlimmes. | Angespannt, gereizt seit dem Morgen | Einkaufswagen stehen gelassen, Laden verlassen | Hier muss ich sofort raus! | Herzrasen, Schwitzen, Schwindel | Panik, Hilflosigkeit | Meistens - bei Enge fast immer | C-: Angst lässt sofort nach (negative Verstärkung) | Vermeidung breitet sich aus, traue mich kaum noch einkaufen | Negative Verstärkung (Flucht beseitigt Angst) |
Die erste Zeile zeigt ein Beispiel. Im PDF-Download ist die Tabelle leer zum Ausfüllen.
Evidenzgrundlage
Evidenzgrad B: Moderate Evidenz aus mind. einer RCT
Quelle: Kanfer, F.H. & Saslow, G. (1969): Behavioral Diagnosis
Klinische Hinweise
Mit Therapeut GEMEINSAM erarbeiten. Kurzfristige negative Verstärkung (Angstreduktion durch Vermeidung) ist häufigster Aufrechterhaltungsmechanismus bei Angst/Zwang. Kurzfristige C+ halten Suchtverhalten aufrecht.
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