F32.2Affektive Störungen

Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome

Beschreibung

Eine depressive Episode mit mehreren oben angegebenen, quälenden Symptomen. Typischerweise bestehen Verlust des Selbstwertgefühls und Gefühle von Wertlosigkeit und Schuld.

Symptome

  • Schwer gedrückte Stimmung
  • Vollständiger Interessenverlust
  • Schwere Antriebsminderung
  • Psychomotorische Hemmung oder Agitation
  • Suizidgedanken und -handlungen
  • Schwere Schlafstörungen
  • Appetitlosigkeit mit Gewichtsverlust

Diagnosekriterien (ICD-10-GM)

Hauptkriterien

  • 1Depressive Stimmung (fast jeden Tag, meiste Zeit des Tages)
  • 2Interessenverlust oder Freudlosigkeit
  • 3Verminderter Antrieb oder erhöhte Ermüdbarkeit

Nebenkriterien

  • Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
  • Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Schuldgefühle und Gefühle von Wertlosigkeit
  • Negative und pessimistische Zukunftsperspektiven
  • Suizidgedanken oder suizidale Handlungen
  • Schlafstörungen
  • Verminderter Appetit
Erforderlich
Alle 3 Hauptkriterien + mindestens 4 Nebenkriterien
Dauer
Mindestens 2 Wochen

Ausschlusskriterien

  • Keine psychotischen Symptome (Halluzinationen, Wahn)
Schweregrad-Hinweis

Patient kann alltägliche Aktivitäten nicht mehr ausführen

Differentialdiagnosen

  • F32.3Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen
  • F31.4Bipolare Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode

ICD-11Entsprechender Code

6A70.2Einzelne depressive Episode, schwer ohne psychotische Symptome
Mapping-Typ:Direkte Entsprechung

Direkte Entsprechung

Die ICD-11 wurde 2019 von der WHO verabschiedet. In Deutschland ist derzeit noch die ICD-10-GM verbindlich.

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Weitere Informationen

Prävalenz
Mittel
S3-Leitlinie
S3-Leitlinie Unipolare Depression (2022)
Datenquelle
BfArM ICD-10-GM 2026
F32
Diagnose-Hub: Depression
Therapieansätze, Interventionen, Leitlinien & Arbeitsblätter
Hinweis: Dieses Tool dient der schnellen Orientierung und ersetzt keine professionelle klinische Beurteilung. Die Diagnosestellung obliegt dem behandelnden Therapeuten.