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Diaphragmatische Atmung (Bauchatmung)

Diaphragmatische Atmung (Bauchatmung) nach Ma et al. (2017). Evidenzgrad B für Angst und HRV-Verbesserung (Frontiers in Psychology 2017). Durchführung: Jederzeit anwendbar, 2-3× täglich 5-10 Minuten.

5-10 min
Atemübung, Stressreduktion, Vagus-Stimulation
2-3x täglich, 5-10 Minuten

Wichtig bei Panikattacken

Bei Panikattacken: Konzentrieren Sie sich NUR auf die AUSATMUNG. Versuchen Sie NICHT, tief einzuatmen — das verstärkt die Hyperventilation. Atmen Sie durch gespitzte Lippen langsam aus, als würden Sie eine Kerze zum Flackern bringen.

Schritt-für-Schritt Anleitung

  1. 1

    Erklären Sie dem Patienten: 'Die Bauchatmung aktiviert den Parasympathikus und fördert Entspannung. Die Ausatmung sollte laenger sein als die Einatmung.'

  2. 2

    Leiten Sie an: 'Setzen oder legen Sie sich bequem hin. Lockern Sie enge Kleidung am Bauch.'

  3. 3

    Leiten Sie an: 'Legen Sie eine Hand auf die Brust und eine auf den Bauch, unterhalb des Nabels.'

  4. 4

    Führen Sie durch: 'Atmen Sie durch die Nase ein...' Zählen Sie: '1... 2... 3... 4...' Erklären Sie: 'Die Bauchhand hebt sich, die Brusthand bleibt möglichst ruhig.'

  5. 5

    Führen Sie durch: 'Atmen Sie langsam durch den Mund aus...' Zählen Sie: '1... 2... 3... 4... 5... 6...' Erklären Sie: 'Der Bauch senkt sich.'

  6. 6

    Erklären Sie: 'Der laengere Ausatem aktiviert den Parasympathikus - das beruhigt.'

  7. 7

    Führen Sie durch: 'Wiederholen Sie diesen Rhythmus: 4 Sekunden ein, 6 Sekunden aus.' Zählen Sie bei jedem Atemzug mit.

  8. 8

    Geben Sie Zeit: Begleiten Sie 10 Atemzyklen mit leisem Zählen.

  9. 9

    Achten Sie auf: Anzeichen von Hyperventilation (Schwindel, Kribbeln). Bei Problemen: 'Konzentrieren Sie sich nur auf die Ausatmung, nicht forciert einatmen.'

  10. 10

    Beenden Sie die Übung: 'Atmen Sie jetzt natürlich weiter. Beobachten Sie den Unterschied zu vorher. Öffnen Sie die Augen, wenn Sie bereit sind.'

Tipps für die Praxis

  • Die Ausatmung sollte LAENGER sein als die Einatmung (1:1.5 Verhaeltnis)
  • NICHT forcieren - der Atem soll fliessen, nicht gepresst werden
  • Bei Hyperventilation: Nur auf die Ausatmung konzentrieren
  • Besonders wirksam VOR stressigen Situationen (praeventiv)
  • 3x täglich 5 Minuten ist effektiver als 1x 15 Minuten

Was Ihr Patient möglicherweise spürt

Folgende Körperreaktionen sind während der Übung normal und harmlos:

Leichtes Schwindelgefühl

Normal bei Anfängern: Die CO2/O2-Balance verändert sich. Reduzieren Sie das Tempo.

Kribbeln um den Mund oder in den Fingern

Normal: Leichte Alkalose durch veränderte Atmung. Klingt schnell ab.

Gähnen

Positives Zeichen: Der Körper reguliert die CO2-Balance.

Sicherheitshinweise

Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei Hyperventilation: Ausatmung verlängern, nicht forcieren

Wissenschaftliche Referenzen

Ma et al. (2017)

The Effect of Diaphragmatic Breathing on Attention, Negative Affect and Stress

Frontiers in Psychology

DOI: 10.3389/fpsyg.2017.00874

Befund: Signifikante Reduktion von Cortisol und negativem Affekt

Geeignet bei (ICD-10)

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